Seit vielen Jahren liebe ich die Musik aus Irland und ihre Ableger. Nun wird man vielleicht sagen „Volksmusik ist nichts für mich“. Das liegt vermutlich daran, dass man mit Volksmusik in Deutschland das verbindet, was man z.B. im Musikantenstadl zu sehen bekommt. Das hat aber wenig mit Volksmusik zu tun, denn es sind in erster Linie Schlager.
Die irische Volksmusik ist jedoch lebendig und wird in den Familien noch immer gespielt und weitergeben von den Eltern an ihre Kinder. In Deutschland ist wie bei so vielen Dingen durch die Nazi-Zeit ein Bruch auch mit unserer Volksmusik entstanden. Viele schöne Deutsche Lieder sind in Vergessenheit geraten.
Die irische Volksmusik spiegelt die irische Geschichte über Jahrhunderte wieder und läßt sie immer wieder lebendig werden. Die Tragödien des Freiheitskampfes werden erzählt und die Ursachen der Auswanderungswellen in eindrucksvollen Bildern lebendig.
Der Irish Folk hat aber in Irland auch in den 60er Jahren ein Revival erfahren und danach auch mehr und mehr in Deutschland Anhänger gefunden. Unter anderem durch Bands wie die Dubliners wurden die alten Weisen wieder mehr und mehr bekannt.
The Dubliners
Wenn man sich mit Irish-Folk beschäftigt kommt man gar nicht an dieser Gruppe vorbei. The Dubliners
Seit über 30 Jahren stehen für die meisten Menschen in erster Linie sie für diese Musik. In wechselnder Besetzung sei es durch Schicksalsschläge wie Tod oder Krankheit oder anderen musikalischen Wegen haben sie die Szene deutlich geprägt. Hervorgegangen aus Sessions in ihrer Stammkneipe entstand Ende der Sechziger eine Gruppe, die es Anfang der 70er sogar in die Charts schaffte und in so einer Sendung wie dem Musikladen auftrat. Am besten rüber kommen sie natürlich live und vor Publikum, welches sie auch mit kleinen Anekdoten und Witzen unterhalten.
Christy Moore
Ein anderer bekannter Vertreter dieser Musikrichtung ist Christy Moore, der nicht weniger als die Dubliners wert ist live gesehen zu werden. Das sage ich obwohl ich noch nicht das Vergnügen hatte. Was mich zu diesem Urteil brachte ist sein Album „Live at the Point“, das live eingespielt wurde und soviel Atmosphäre transportiert, dass man einfach begeistert ist. Er ist einerseits Interpret traditioneller Lieder und zum anderen Liedermacher mit einem politischen Anspruch. Einige seiner Lieder dokumentieren die jüngere Irische Geschichte und die damit verbundenen Schicksale in Nord- u. Südirland. Überwiegend allein mit seiner Gitarre und Stimme schafft er es einen in seinen Bann zu ziehen. Mittlerweile hat Christy auch wieder ein paar wenige Konzerte gegeben und zwei CDs aufgenommen. Vielleicht kommt er auch mal wieder nach Deutschland.
Dervish
Zur Zeit eine der erfolgreichsten und aktivsten Irish Folk Bands. Gegründet von 5 Musikern aus dem Nordwesten Irlands 1989, um ein Album für überwiegend örtliche Musiker aufzunehmen. Liam Kelly, Shane Mitchell, Martin McGinley, Brian McDonagh and Michael Holmes beschlossen daraus eine Band zu gründen.
In 1991 kam Cathy Jordan zu der Band und Tyrone Man ersetzte mit seiner Fiddle Martin McGinley. Auch der All Ireland Champion Shane McAleer gesellte sich hinzu und 1992 wurde das erste Album „Harmony Hill“ veröffentlicht.
Ihre Musik ist tief in der Folklore verwurzelt und bedient sich der gebräuchlichen Instrumente. Bemerkenswert ist die Leichtigkeit und Ausdruckskraft ihrer Musik, die zum besten gehört, was der Irish Folk in Sachen Band heute zu bieten hat.
Potheen Rovers
so heißt die Band in der ich singe, Mandoline und Bouzouki spiele. Seit 1998 sind wir auf Bühnen in Pubs im Raum Nordhessen und Südniedersachsen unterwegs. Vor ein paar Jahren haben wir uns dann noch verstärkt und wagen nun auch Ausflüge nach Erfurt und Rheinland-Pfalz. Vor kurzem haben wir eine Live CD von unserem Jubiläumskonzert zum 10jährigen herausgebracht.
Weitere Bands, die ich gut finde sind Paddy goes to Holyhead, Fiddler’s green, Luka Bloom, Runrig, Christy Moore und Bardic.


